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Gewalt und Alter

Gewalt gegen ältere Menschen

Hochaltrige und pflegebedürftige Menschen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, Gewalt zu erfahren. Der Grund dafür ist, dass sie häufig körperlich schwächer sind und sich nur eingeschränkt wehren können. Gewalt kann körperliche und seelische Schäden verursachen. Betroffene fühlen sich oft dauerhaft gestresst, verzweifelt oder hilflos. 

Da sie in vielen Lebensbereichen auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind und im Pflegefall von Pflegenden abhängig sind, verdienen sie besonderen Schutz. Daher sollte man verhindern, dass es überhaupt zu Gewalthandlungen kommen kann. 

Was ist Gewalt?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Gewalt gegen ältere Menschen als 

  • „eine einmalige oder wiederholte Handlung oder
  • das Unterlassen einer angemessenen Handlung in einer Vertrauensbeziehung, die älteren Menschen Schaden oder Leid zufügt.“

Gewalt hat viele Formen

Gewalt kann zu Hause, im öffentlichen Raum, in Krankenhäusern oder in Alten- und Pflegeheimen stattfinden.
 

  • Zur körperlichen Gewalt zählen bewusstes Quälen und Zufügen von Schmerzen. Dazu gehört auch das Unterlassen von Hilfe oder Pflege. Darunter fallen auch nachlässige oder unterlassene Körperpflege sowie eine unzureichende Versorgung mit Flüssigkeit und Nahrung.

  • Psychische Gewalt verletzt die Seele. Dazu zählen beispielsweise das Bevormunden, Schimpfen, Drohen oder Bloßstellen. Auch Ignorieren, Vermeiden von Blickkontakt, ständige Kontrolle oder das Verhindern von sozialen Kontakten sind eine Form von Gewalt.

    Psychische Gewalt ist auch das Vorenthalten von wichtigen Informationen.

  • Sexuelle Gewalt sind zum Beispiel unangemessene und nicht gewollte körperliche Berührungen und Handlungen. Diese verletzen das Schamgefühl und die Intimsphäre eines Menschen. 

  • Finanzielle Gewalt entsteht, wenn Menschen zu Geldgeschenken oder Ausgaben gezwungen werden. Dazu zählt auch das Vorenthalten von Geld.

  • Jede Einschränkung des freien Willens ist Gewalt. Dazu gehört sowohl ein Eingriff in die persönlichen Lebensgewohnheiten und als auch jeglicher Freiheitsentzug. Das kann etwa durch strikte Regeln, eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten oder Handlungen ohne Absprache geschehen. Auch das Aussortieren der Wohnungsgegenstände schränkt die Selbstbestimmung ein.
    Bestimmen andere, was für einen gut ist, verlieren Betroffene ihre Selbstbestimmung. 

 

Gründe für Gewalt durch Pflegende

Nicht allen Menschen ist bewusst, dass ihr Verhalten unangemessen oder übergriffig ist.

Oft kommt es aus Überforderung und Hilflosigkeit in Stresssituationen zu Gewalthandlungen. Schlafmangel, gesundheitliche Probleme der Pflegenden oder finanzielle Abhängigkeiten zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen können das Risiko erhöhen.

Es kommt allerdings auch vor, dass Pflegebedürftige Gewalt gegenüber Pflegenden ausüben.

Was sind Anzeichen von Gewalt?

Viele Betroffene schweigen aus Scham oder auch aus Hilflosigkeit. Oft wissen sie nicht, wie sie das Thema ansprechen sollen. Mögliche Anzeichen für Gewalt sind zum Beispiel:

•    Verhaltensveränderungen wie Rückzug oder Schreckhaftigkeit
•    Schlafprobleme
•    Antriebslosigkeit
•    Verletzungen, etwa im Intimbereich
•    Hautverletzungen
•    Prellungen, Knochenbrüche, Blutergüsse
•    Mangelnde Hygiene

Wenn Sie Anzeichen von Gewalt, übergriffiges Verhalten oder einen aggressiven Ton wahrnehmen oder beobachten, suchen Sie das Gespräch mit den jeweiligen Personen. Falls nötig, wenden Sie sich an eine Vertrauensperson oder entsprechende Beratungsstelle.

Beim Verein Pro Senectute Österreich wurde im Auftrag des Sozialministeriums ein Beratungstelefon Gewalt und Alter eingerichtet. Es bietet Betroffenen, aber auch Angehörigen oder Pflegekräften Beratung und Unterstützung an.

Pro Senectute Österreich - Beratungstelefon Gewalt und Alter

Weitere Informationen zu Gewalt an älteren Menschen finden Sie unter dem folgenden Link.

Broschüre Sozialministerium - Fragen und Antworten zu Gewalt an älteren Menschen

Letzte Aktualisierung: 16. April 2026

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